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Christkindl`s Weihnachtsgeschichten
GLOCKE

Woid-Weihnacht
eine besinnliche Weihnachtsgeschichte, verfasst im niederbayerischen Dialekt von Traudl Wirsing
GLOCKE
Woid-Weihnacht

Ganz staad is in da enga Stubn, nur ab und zua hört mas im Ofa knistern. Da Sepperl hod si ganz fest unter da dünna Deck af seim Strohsack zammgroit. Seine zwoa kloana Briada schlofand no. Do hört er den Vata zur Tür reikemma.
„Mach di ferti, Sepperl“, sogt a. Sei Stimm is leise und da Sepperl muass a paarmoi schlucka, wiara des schmale, ernste Gsicht und den rundn Rückn vo seim Vata oschaut.
A hoibade Stund speda sans zum Aufbruch bereit. Ois wos de drei Buam an Gwand bsitzn, hams ozogn: Des dünne Summahemd und drüber den Schofwoipullover, di gstrickte Strumphhosn und des kurze Leinenhoserl. Dann ziahngs no de gflicktn Jopperl o, an Schal, a Mützn und de Schofwoi-Handschuah.
Worauf´s besonders stoiz san, des san de neia Hoizschuah, de`s erst des Johr vo da Großmuatta gschenkt kriagt hom. Des is wos ganz Bsonders, wei si die meistn Leit sowos gor ned leistn kinnand.
Da Vata hod in san Rucksog a paar Scheibn truckas Brot und a Blechflaschn mit am koitn Tee eini do. Dann steckt a jedm Buam no a paar Hoslnüss in die Joppntaschn.
„Pack mas“, sogt a. Er legt namoi a hoiwads Dutzend Buachaholzscheidl in den Ofa, damit des kloane Hoizhaus, des a weng abseits vo de andern Heisa in Klingldorf, am kloana Weiler in da Gmoa Englmor weit drin im Boarischn Woid, steht, ned so schnej auskuiht.
Wias d` Tür aufmachand, pfeift eana a eiskoida Wind entgegn. De letztn Dog hods fast ununterbrochen gschneibt. De Baamwipfe biagn se unter da Schneelast und da Sepperl sinkt bei jedm Schritt bis zua de Knia in` Schnee. Drum geht da Vata voro, damit de Kinda in sei Spur tretn kinnand.
Se kemmand nur langsam weida. Scho boid fangt da kloa Jackl o z´woana, wei unta de Hoizschuah owei mehr Schnee festbickt. Da Vata bricht an Ast o und klopft damit den pappign Schnee vo alle Schuahsoin.
„Ihr habts ja richtige Stelznschuah“, vasuacht a zu scherzn, oba sei Gsicht bleibt ganz ernst und des macht den Sepperl no trauriger.
Wias in de kloane Ortschaft Klinglbo kemmand, wird’s leichter, wei scho etliche Leit vor eana an Weg tretn ham. „Gengand de Leit aa oisamt in d` Christmettn?“ mecht da Hansl wissn.
„Freili“, sogt da Vata und trogt´n a Zeitlang, wei eam da Hansl mit seine grod amoi vier Johr so dabarmt.
Beim Wirt in da Grea machands Rast. Ned in da Wirtsstubn – da brauchat ma ja a Gejd für de Zech – sondern im Stoi. Oana vo de Stoiknecht is nämli a Bruada vom Vata und der lasst si natürli zum Rastn in den Kuahstoi eini. Da Jackl und da Hansl foin sofort ins Hei und woanand leise, wei die Zehan in de nossn Strimpf so weh daan. Da Sepperl kümmert si um seine Briada, massiert eana de eiskoitn Fiass, gibt eana an Tee zum dringa und a truckas Brot und a paar Hoslnüss zum essn. Er siehgt, wia sei Onkl dem Vata auf d´Schuiter klopft und vasuacht, eam aufz´muntern.
„Wirst sehgn, ois is guad“, sogt a und lacht a weng. „Heit Nacht is da Heiland der Wejt geborn. Des is des grejsste Wunder wos überhapt gibt. An am soichan Dog gibt´s nix Schlimms, glaab mas“.
Nach a Zeit geht’s weida. Bis afi af Englmar sans no bestimmt oanahoib Stund. Wia da Wind owei stärker wird, bind da Sepperl seine zwoa Briada an Schal vor Mund und Nosn. Da Vata trogt abwechselnd moi den Hansl und dann den Jackl. Endli sehgns de ersten Englmorer Heisa und nochat den Kirchturm. Es wird scho finster, wias dort okemmand und si mit de ganzn andern Englmorer Leit zur Kirchntür einidruckand.
In da Kirch is genau so koit wia draussn. Da Jackl und da Hansl schlofand auf da Stej aufm Schoß vom Vata ei. Da Sepperl oba hod nur Augn für des Kripperl, des´ am Seitnaltar aufgstejt ham. Mit glänzade Augn schaut er auf des kloane Christkindl, des nackad bis af a paar Windeln in da Krippn liegt.
„Bittschee, liabs Jesukind“, bet´ er leise, “mach, dass mei Schwesta wieda ganz gsund wird. I wünsch mir sonst gor nix zu Weihnachtn, nur, dass des kloa Sopherl ned sterbn muass“. Tränen kullern über seine Wang und er vasuacht si hoamli wegzuwischn, damit´s da Vata ned siehgt.
Er hod ghört üba wos seine Eltern vor zwoa Dog gredt ham. Ganz staad in da Nacht, wos gmoant ham, dass de Kinda schlofand. Oba da Sepperl hod ois ghört, wei er vor Sorg um sei Schwesta noch wach glegn is.
„I brings zur Großmam“, hod sei Muatta gflüstert. „Wenn ihr überhapt no eppa hejfa kann, dann sie mit ihre Kreita und Heilmittl“. Seine Eltern ham gwoant – alle zwoa – und in da Friah hod di Muatta des fiebernde Sopherl afn Arm gnumma, hods in a Deckn eigwickelt und is mit ihr furtganga.
Wenn ma krank worn is, hod oam nur da liabe Gott hejfa kinna oder a Kreitaweiberl wia de Großmuatta oans war. An Dokta hods bloß in da Stood gebm, oba ned in so am kloana Dorf wia Englmar, ganz weit drin im Boarischn Woid.
Vorn am Altar liest da Pfarrer die Gschicht von der Geburt vom Jesukind vor. Wia arm des auf d´ Wejt kemma is! In a Krippn in am Stoi! – Und doch ham de Hirtn am Fejd und alle Leit, die des Kindl gsehgn ham, sofort gwisst, dass des da Sohn vom liabn Gott is, wei`s so ganz wos Bsonders war. Man hod dem winzign Buabal scho ogsehgn, dass es grejsser is als jeda König af da ganzn Wejt.
Ganz vastoin schleicht si da Sepperl aus da Kirchabeng aussa, kniat si vor des Kripperl am Seitenaltar nieder und bet´, dass des Christkind dem armen Sopherl huift. Irgendwann foin eam de
Augn zua und er schloaft im Knian vorm Altar ei.
Da Vata weckt`n af wia de Christmettn aus gwen is.
„Bist gscheit miad, Sepperl?“ frogt a.
Den Sepperl beidelts vor lauta Kejtn, oba er schittelt tapfer sein Kopf.
„Eatz samma gor nimma so weid weg von da Großmuatta in Rejttnbo. Iss namoi a Stickl Brod und trink no an Schluck, dann schaffst das scho“.

Af da Straß vo Englmar Richtung Bogn san a ganze Herd Leit unterwegs. De meistn scherzn und lachand, wei si sich af de woarme Stubn dahoam gfrein und af d´ Mettnsuppn und af des Christkindl, des eahna eppa gor a paar Epfe und Nüss bringt.
De Kinda san ganz afdraaht und da oane oder andre draamt vo am neia Griffe oder a neia Schiefadofe. Und di, di barfuass unterwegs san, kinnand si nix Scheeners vorstejn wia a paar Holzschuah und a gstrickte Strumpfhosn.
Da Sepperl laaft ganz staad nebn seim Vata her. Der sogt aa nix, geht nur no a weng buckliger wia sonst.
Über eana is da Himme so wunderschee, wia na da Sepperl no nia gsehgn hod: So vui Stern, dass koa Mensch sie zuihn kaant. Und da Mond leicht als wüsst a, dass da Heiland der Wejt geborn worn is. Dem Sepperl is so, als waar die Nacht fast so hej wia da Dog. Des hod doch wos zu bedeitn!
Wias an de Straßnkreizung noch Rejttnbo kemmand, san ´s de Oanzign, de no unterwegs san. S´geht hoid ned so schnej mit drei kloane, miade Buam!
Direkt an da Kreizung steht a groass, oids Holzkreiz.
Plötzli lasst si da Vata vorm Kreiz auf d´ Knie foin. Er schlogt d´ Händ vors Gsicht und buckt se ganz weit abi in´ Schnee. Da Sepperl siehgt ois nur no vaschwumma, wei seine Augn voi mit Tränen san. Wiara oba zum Himmi aufi schaut, leicht do a Stern so unheimli hej. Und an ganz an langa Schweif hod a aa no. Des muass da Stern vo Bethlehem sei!
„Vata“, ruaft da Sepperl. „Vata, steh auf. I hob den Stern vo Bethlehem gsehgn! Des hoaßt doch wos!“
Da Vata braucht a ganze Wei bis a se wieda fangt und aufsteh ko.
„An Stern vo Bethlehem host gsehgn? – Ja, des is ganz bestimmt a guats Zeichen.“
„Nochad kimm, Vata, schick de!“ Da Sepperl nimmt den Jackl links bei da Hand und den Hansl rechts.
„Kemmts, mir gengand zum Christkindl!“
„Wo isn des Christkindl?“ wui da Jackl wissn.
„Es muass grod bei da Großmuatta sei – und beim Sopherl!“
De drei Buam laafand so schnej wias mit eanane Holzschuah laafa kinnand. Oi paar Meter schmeissts oan, wei so dicke Schneebatzn unter de Soin bickand.
Steil gehts afi af Rejttnbo, oba den Sepperl hoit nix mehr af. Er glaabt eatz ohne jedn Zweife an ´s Christkindl, stejt si vor, dass grod beim Sopherl is und des Sopherl wieda ganz gsund macht. Da Vata woas überhapt nimma, wos a glaubn soi. Sei Herz wird eam mit jedm Schritt schwaarer. Wos is, wenn’s dem Sopherl ned so guat geht, wia si da Sepperl des eatz vorstejt? Wos is, wenn’s Sopherl … ? Naa, naa, des derf ned sei! Gott im Himme, lass mir mei Kind!
Af amoi sehgns de erstn Liachter vom Dorf.
Und nochat stehnands vorm Haus vo da Großmuatta.
Ganz staad. Koana rührt si und koana kann wos sogn. Da Sepperl mustert vastoins den Vata vo da Seitn. Der schaut aus, als waar a dafroan. Ganz steif – und schnaufa tuat a aa nimma. Do schreit da Sepperl so laut er ko: “Sopherl, Sopherl!“
Nix rührt si. –
Und dann macht die Großmuatta die Haustür af. -
Für an Moment schaut´s ganz ernst, oba dann erhejt si ihr Gsicht. „Ja, meine Buam san do!“ ruafts und winkt alle ins Haus.
„Kemmts no eina - do wart a ganz a liabs Mederl scho seit Stundn af eich!“
Da Sepperl mocht so schneje, lange Schritt, dass´n bei da Haustür da Längs no hi haut.
„No, no“, moant die Großmuatta. “Brich da nix, sonst muass i mi um di aa no kimmern!“
Drin is bacherlwarm. Die Buama schnaufa ganz tiaf den Dampf ei, der aus vaschiedene Kessel am Ofa kimmt: Salbei, Thymian, Majoran, Kamuin. Und überoi Tiacher für Brust- und Wadnwickl, Töpf mit oierhand Schmiarm, Blechwandl mit koitm und worma Wossa.
Und weida hintn in da Stubn sitzt di Muatta vor am Bett. Sie lacht so schee wias no nia glacht hod. Ihre Augn leichtn und ihre Wang san rot.
„Kemmts nur her“ sogt sie.
A bissal gschaamig druckand si de Buam an die Muatta hi. Und nochat siehgt da Sepperl des Sopherl.
Des schmale, kloane Gsichterl lacht´n o und sogt dann ganz leise: „Griasdi Sepperl, mir geht’s scho wieda vui bessa.“
Do vosteckt si da Sepperl ganz schnej unterm Bett, damit koana siehgt, wira vor lauter Freid woana muass.
Di Muatta is afgstandn und geht dem Vata entgegn, der no immer in da Tür steht und koa Wort rausbringt.
„Es is ois guat, Xav“, sogts und druckt eam ganz fest d´Händ.

„Des war mei oiascheenst Weihnachtn“, vazejht da Sepperl vui Jahr speda seine eigna Kinda.
„Des kann ma se heitzudogs gor nimma vorstejn, wia arm mir warn, wia oft mir gfroarn ham. – Oba: Wos des für a Gfuih war, wo i den Stern gsehgn hob und wo nochat des Sopherl wieda gsund worn is, des kann i überhapt koam vazejhn. Do hob i gspürt, wos Weihnachtn bedeit´! Wei …“ Der Sepperl, den alle scho lang Sepp nennand, wei eatz sei eataster Bua Sepperl gruafa wird, druckt de zwoa Kinda, die grod bei eahm am Schoß sitzn, fest an si:„… wei´s af da ganzn Wejt nix Scheeners gibt, als wenn ma a Familie hod, die zammhoit und wo si alle ming und jeda jedm huift.“

Titel: Woid-Weihnacht
Autor: Traudl Wirsing
gepostet von Traudl Wirsing
am 05.12.2010 15:55
E-Mail: traudl.wirsing@gmx.de

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