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Christkindl`s Weihnachtsgeschichten

Weihnachtszeit bei uns Zuhause
von Gaby Jung
Weihnachtszeit bei uns Zuhause

Heute in unserer hecktischen, schnelllebigen Zeit, haben Menschen kaum die Möglichkeit die
Weihnachtszeit in Ruhe zu genießen. Es fällt ihnen schwer sich etwas zu wünschen, da sie schon alles haben.
Das geht schon den Kindern so.
In der Vorweihnachtszeit werden die Briefkästen mit Stapeln von Prospekten gefüttert.
In ihnen gibt es Spielzeuge aller Art. Spielzeuge für die ganz kleinen, sowie für die etwas größeren Kinder. Von elektronischen Hunden bis hin zum Zelt fürs Kinderzimmer. Wenn man den kleinen Rackern einen Stift in die Hand gibt und ihnen sagt sie sollen ein Kreuz an die Dinge malen die sie sich wünschen, ist später alles im Prospekt angekreuzt. Zum Teil wissen die Kleinen gar nicht was sie da eigentlich angekreuzt haben, aber je größer umso besser. In der Fernsehwerbung werden haufenweise Dinge vorgestellt die auch gefallen und man haben möchte.
Es ist sehr schwer geworden Kindern etwas zu schenken was ihnen wirklich Freude macht, da die Kinderzimmer in der heutigen Zeit ja schon das reinste Warenlager sind. Von der Stereoanlage bis zum riesen Teddy, vom Barbie Haus bis zur Lego Eisenbahn ist alles schon da.
Nur eines fehlt vielen Kindern, Zeit die sie mit ihren Eltern verbringen! Mit Basteln für das Fest, Plätzchen backen und schmücken der Wohnung. Heute müssen in den meisten Familien beide Elternteile arbeiten damit sie sich mehr leisten können, dabei bleiben die Kinder oft auf der Strecke. Bei mir Zuhause war das noch anders.
                                     *
Wir wohnen in einem Häuschen, in einem kleinen Dorf.
Wir das sind meine Großeltern, meine Eltern, meine beiden Schwestern und ich. Bald ist der erste Advent, die Weihnachtszeit ist für mich die schönste Zeit des Jahres.
Zu dieser Zeit haben wir schon klirrenden Frost, der bei uns im Norden immer zuerst das Land erstarren lässt, bevor der Schnee die Landschaft einhüllt.
Am Abend vor dem ersten Advent schneiden wir Fichtenzweige. Das Herdfeuer knistert in der Küche in der Oma und Mama mit uns sitzen um den Adventskranz zu schmücken. Dafür haben wir schon im Spätherbst Fichtenzapfen und Kastanien gesammelt. Papa bringt von draußen noch ein paar Beerenzweige ins Haus. Zum Schluss steckt Oma die Kerzen auf den Kranz, dann wird er in unsere Stube gestellt. Dort ist es kalt genug damit der Kranz nicht so schnell seine Nadeln verliert. Am Sonntag hat Mama den Ofen in der Stube angemacht, wir wollen dort Kakao trinken, Plätzchen essen und natürlich die erste Kerze anzünden.
Ein feierlicher Moment.
Die Adventszeit ist eine ruhige Zeit, die Garten- und Feldarbeit haben Pause. Abends wird es früh dunkel und so sitzen wir in der warmen Küche und basteln unseren Weihnachtsschmuck. Oma bringt mir bei wie man Fröbelsterne bastelt. Es sind meine Lieblingssterne. Meine Schwestern, älter als ich, machen wunderschöne Strohsterne, kleine Engel und eine lange Schlange aus Buntpapierringen für unseren Weihnachtsbaum.
Am 5. Dezember, dem Abend vor Nikolaus, schreiben wir unsere Wunschzettel. Meine Schwestern gehen schon zur Schule und malen und schreiben ihren Wunschzettel allein, mir muss Oma noch helfen. Wir wissen dass Mama und Papa wenig Geld haben, so sind unsere Wünsche auch immer recht bescheiden. Ich wünsche mir ein neues Kleid für meine Puppe Gerda und einen riesigen, großen bunten Teller. Ich bin ein Fan von Süßigkeiten, obwohl ich weiß dass auf unseren Tellern mehr Äpfel, Nüsse und Kekse als Apfelsinen und Schokolade sind. Bevor wir die Stiefel vor die Tür stellen stecken wir unsere Wunschzettel hinein und gehen schlafen.
An mehreren Nachmittagen backen wir mit Mama und Oma Plätzchen. Große Milchkannen füllen sich langsam mit braunen und weißen Keksen.
Wir dürfen die weißen Kekse ausstechen und nach dem Backen mit Hagelzucker bestreuen. Natürlich haben wir fleißig genascht. Backen macht riesigen Spaß.
In der nächsten Woche sind dann die Neujährchen an der Reihe. Auch davon brauchen wir immer zwei große Milchkannen voll. Das Backen im Hörncheneisen hat Mama übernommen und wir drei helfen Oma beim rollen der Tüten. Ich freu mich schon wenn die Hörnchen mit Sahne gefüllt von uns gegessen werden.
An den Weihnachtstagen gibt es bei uns zum Abendessen immer Heringssalat mit frisch gebackenem Brot. Der Salat muss einige Tage durchziehen, Mama hat ihn darum immer am 22. Dezember zubereitet. Wir dürfen auch dabei helfen. Jeder bekommt ein Brettchen und ein Messer um die Zutaten zu schneiden. Das geht solange gut bis wir uns so richtig in die Haare gekriegt haben, da müssen wir die Küche verlassen. Mama hat den Salat alleine fertig gemacht. Da wir uns so gestritten haben müssen wir beim Aufräumen der Küche helfen.
Über Nacht hat es angefangen zu schneien und das ganze Land ruht unter einer dicken Schneedecke. Heute ist der Tag an dem der Weihnachtsbaum geschlagen wird.
Ich bin noch zu klein und muss zu Hause bleiben. Mama und ich singen Weihnachtslieder und Oma erzählt mir Geschichten vom Christkind. Mama hat die Stube geputzt, ich darf helfen beim Staubsaugen und Teppichfransen kämmen.
Es ist schon fast Mittag bis Opa, Papa und meine Schwestern mit dem Weihnachtsbaum in ihrer Mitte aus dem Wald zurückkommen.
Papa stellt den Baum in den Ständer und bringt ihn in die Stube wo wir schon warten um ihn mit unserem selbstgebastelten Weihnachtsschmuck zu schmücken. Als wir fertig sind schließt Papa die Stubentür zu.
Einmal wird es noch Nacht, noch einmal schlafen dann ist er endlich da, der heilige Abend. Ein ganz besonderer Tag, dessen Stunden so langsam dahin kriechen wie an keinem anderen Tag im Jahr. Meine Schwestern und ich sind schon früh aufgewacht, im ganzen Haus ist es noch still. Leise schleichen wir aus unserem Zimmer und wollen mal nachsehen ob das Christkind schon dagewesen ist, aber die Stube ist noch verschlossen. Also gehen wir in die Küche. Im Herd brennt noch kein Feuer und es ist kalt. Wir fangen an den Tisch fürs Frühstück zu decken. Dabei sind wir wohl recht laut, schon nach kurzer Zeit stehen Mama und Papa in der Küche. Mama macht Feuer im Herd und setzt das Kaffeewasser auf. Papa und ich ziehen uns warm an. Durch den hohen Schnee machen wir uns auf den Weg zum nächsten Bauern um die Milch zu holen, die wir für jeden Tag bestellt haben.
Als wir zurück kommen ist es in der Küche mollig warm, das Frühstück fertig und mit gutem Appetit mache ich mich darüber her.
Nach dem Frühstück ziehen wir wieder unsere warmen Sachen an und stapfen mit Papa in den Wald. Wie jedes Jahr werden auch die Tiere im Wald nicht vergessen. Schon im Hebst haben wir Eicheln und Kastanien für die Winterfütterung gesammelt. Auch Sonnenblumenkerne für die Vögel nehmen wir mit. Nachdem wir die Futterstellen gesäubert und gefüllt haben gehen wir wieder nach Hause. Mama hat schon mit den Vorbereitungen für das Mittagessen begonnen. Heilig Abend, wenn auch Papa frei hat, gibt es immer pünktlich um 12 Uhr Essen. Nach dem Essen helfen alle beim Aufräumen der Küche, sogar mein Vater. Am Nachmittag machen wir einen langen Spaziergang durch die Winterlandschaft. Durchgefroren kommen wir wieder zurück. Wir Kinder gehen nach oben zu Oma und Opa. Oma hat schon Äpfel in die Backröhre geschoben.
Wir lassen sie uns schmecken als sie fertig sind. Oma erzählt uns Märchen und dann singen wir alle Weihnachtslieder. Als ich zur Uhr schaue war es gerade erst 4 Uhr, es dauert noch so lange bis das Christkind kommt. EWIG!!!
Wir spielen verschiedene Spiele mit Oma und Opa, aber die Zeit will einfach nicht vergehen, die Uhrzeiger kriechen nur ganz langsam weiter. Ich bin schon so gespannt ob mir das Christkind einen riesigen „Bunten Teller“ bringt. Doch nach langem gemeinsamen warten ist es endlich Zeit für das Abendessen. Wie in jedem Jahr gibt es Kartoffelsalat mit Bockwurst, soviel wir wollen. Ich esse nicht viel, ich will warten bis ich meinen „Bunten Teller“ habe. Als die Küche fertig ist, stellt Mama schon den Apfelglühwein hinten auf den Herd, damit er langsam heiß werden kann.
Papa ist in der Stube verschwunden um dem Christkind zu helfen.
Wir drei laufen nach oben um Oma und Opa zu holen, denn nun ist es fast soweit. Als das Glöckchen klingelt sind wir ganz aufgeregt. Die Stubentür geht auf und mein Blick geht als erstes zu dem Weihnachtsbaum, der im Schein der Kerzen strahlt. Unter ihm habe ich schon bunt eingepackte Geschenke gesehen und die „Bunten Teller“, aber welcher ist meiner? Sie sehen alle gleich groß aus. Enttäuschung machte sich in mir breit, da hätte ich ruhig noch zwei Würstchen mehr essen können.
Nachdem jeder ein Gedicht vor dem Baum aufgesagt und wir gemeinsam „Stille Nacht“ gesungen hatten bekommt jeder seine Geschenke. Ich bekam nicht nur ein neues Kleid für meine Gerda, sondern auch eine Wiege und einen Schlafanzug für meine Puppe. Als ich mein letztes Geschenk aufmache war meine Enttäuschung über die gleichgroßen Teller wie weggeblasen. Vor mir liegt eine große Tafel Schokolade für mich ganz allein. An diesem Abend dürfen wir lange aufbleiben.
Am 2. Weihnachtstag werden wir nach dem Frühstück von unserem Onkel, mit der Pferdekutsche abgeholt. Wir fahren ins Nachbardorf zum Gottesdienst. In der Kirche ist eine große Krippe aufgebaut, die von innen beleuchtet war. Sie ist wunderschön. Die großen Kinder singen Lieder und der Pastor erzählt die „Weihnachtsgeschichte“. Als der Gottesdienst zu Ende ist fahren wir nach Hause wo Mama schon das Mittagessen fertig hat. Gänsebraten, Rotkohl und Kartoffelklöße, zum Nachtisch gibt es Schokoladenpudding mit Vanillesoße.
Kurz nach dem Mittagessen ziehen wir unsere dicken Jacken und Schneestiefel an um unsere Oma (Vaters Mutter) im Nachbardorf zu besuchen. Es ist zwar recht schwierig durch den hohen Schnee zu stapfen, es macht uns aber viel Spaß. Bei Oma gibt es Kakao, Torte und Lebkuchen. Wir spielen noch ein bisschen mit den Kätzchen dann ist es langsam Zeit wieder aufzubrechen. Draußen wurde es bereits dunkel. Papa nimmt von Oma eine Laterne mit damit wir gut zurückkommen. Der Weg ist sehr weit, ich freue mich wenn wir endlich wieder zu Hause sind. Lange habe ich mich auf die Weihnachtstage gefreut, als sie endlich da sind gehen sie viel zu schnell zu Ende.
                                     *
Natürlich gab es zu dieser Zeit schon einige Autos im Dorf, wir hatten aber keins. In der Zeit ohne Schnee und Eis hatten wir jeder unser Fahrrad, im Winter gingen wir zu Fuß. Längere Strecken wie zu unserer Großmutter würde heute keiner mehr laufen, obwohl so ein Fußmarsch über mehrere Stunden viel Zeit brachte sich zu unterhalten.
Soviel miteinander geredet wie früher wird heute nicht mehr. Heute spricht der Fernseher. In vielen Familien wird sich heute mehr mit dem Computer beschäftigt als mit seinen Mitmenschen. Schade wie ich finde, vielleicht denke ich darum so viel an meine eigene Kindheit zurück. An das kleine Dorf und die besinnliche Zeit.
Ich würde mir wünschen meine Enkelkinder könnten wenigstens die Weihnachtszeit so erleben wie ich als ich so alt war wie sie jetzt.

Titel: Weihnachtszeit bei uns Zuhause
Autor: Gaby Jung
gepostet von Gaby Jung
am 30.11.2011 09:44
E-Mail: gabriele@jung-velen.de

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