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Die schönsten Weihnachtsgeschichten

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seit 13.11.2008

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Christkindl`s Weihnachtsgeschichten
GLOCKE

Heuer fällt Weihnachten aus
GLOCKE

Heuer fällt Weihnachten aus

„Heuer fällt Weihnachten aus!“
Das bekomme ich jedes Jahr von meinem Mann zu hören, wenn ich ihn bitte, mir die Adventskiste vom Speicher zu holen.
Missmutig trabt er dann hinter mir die Treppe hoch, nicht ohne sich jedoch auf dem ganzen Weg über meine Weihnachts-Dekorationswut auszulassen:
„Wozu der ganze Aufwand? Das Zeug steht nur im Weg herum. Man kann nicht einmal mehr seine Füße auf den Couchtisch legen, ohne sich am Adventskranz zu verbrennen!“
„Die gehören da sowieso nicht hin!“ Wage ich einzuwerfen.
„In meinem Haus kann ich meine Füße auf meinen Couchtisch legen wann ich will und da wird sich auch an Weihnachten nichts daran ändern!“ Trotzig sieht er mich an.
„Dann stelle ich den Adventskranz eben auf den Esstisch.“ versuche ich es mit Diplomatie.
„Und wenn wir essen?“ Sein triumphierender Blick bringt mich nun gleichfalls auf die Palme.
„Da werde ich ihn eben auf den Couchtisch stellen. Schließlich kannst du ja nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.“
Ha! Gewonnen!
„Das dir das nicht zu blöd wird?“ Schiebt er noch aufmüpfig hinterher. „Aber auf das Fensterbrett brauchst du dieses Jahr nichts zu stellen, das schmeißt die Katze sowieso wieder runter, wenn sie sich dort hinsetzt.“
„Dann wird sie eben lernen, sich nicht dort hinzusetzen!“
„Sie sitzt aber immer da!“
„Nicht an Weihnachten!“
„Das will ich sehen!“
„Du nervst!“
„Aber jammere mir nicht die Ohren voll, wenn sie einen deiner geliebten Nikoläuse verpulverisiert.“ Er grinst mich schadenfroh an.
Ich beherrsche meinen Zwang ihm an die Gurgel gehen zu wollen.
„Das lass mal meine Sorge sein. Und jetzt hilf mir lieber mit der Kiste!“
Wütend zerre ich an dem großen Pappkarton der in der hintersten Ecke des Speichers eingeklemmt ist. Irgendwie wandert die Kiste im Laufe des Jahres immer weiter nach hinten. Vorne stehen dann die Koffer vom letzten Urlaub, die Gartenbank-Auflagen, Schlittschuhe, Schlitten, Rollschuhe und was man sonst noch so alles über das Jahr auf dem Dachboden verstaut.
Unbeteiligt steht mein holder Gatte daneben, reicht mir die Taschenlampe und meint mit einer Seelenruhe: „Wenn ich du wäre, würde ich erst einmal die Kiste frei räumen.“
„Dann hilf mir doch dabei!“
„Zu zweit haben wir keinen Platz da drin.“
Ich schlucke eine dumme Bemerkung hinunter, die Erwiderung von ihm kenne ich sowieso schon im voraus: ‚DU brauchst doch das Zeug, von mir aus kann die Kiste gleich in die Mülltonne wandern.’
Ich stelle also die Taschenlampe auf eine der anderen Kisten, damit ich beide Hände frei habe und schichte alles um. Mitten im Gefecht muss ich dabei die Lampe wohl heruntergestoßen haben, denn plötzlich sitze ich im Dunkeln.
„Was hast du jetzt schon wieder gemacht?“ poltert die Stimme meines Mannes von draußen.
„Nichts! Die Taschenlampe geht nicht mehr.“
„Kann nicht sein, ich habe ganz neue Batterien reingetan. Was hast du damit gemacht?“
Das werde ich ihm jetzt sicher nicht auf die Nase binden!
„Nichts! Plötzlich war sie aus.“
„Das kann nicht sein, lass mal sehen!“
Da ist er wieder dieser Schulmeisterton, als ob ich zu dämlich wäre eine Taschenlampe zu bedienen. Sobald irgendetwas ein Kabel oder Batterien besitzt muss der „Fachmann“ ran, dieser Meinung ist zumindest mein Gatte.
„Bitteschön, wenn du meinst, DU bringst sie zum Leuchten. Da hast du sie!“ Ich knalle ihm die Lampe in die ausgestreckte Hand.
Er drückt auf den Schalter.
- Klick, klack. Klick, klack. Klick klack. -
„Sie geht nicht!“
„Ach nein? Mir war so, als hätte ich so etwas vorhin zu dir gesagt?“
„Hast du sie runtergeschmissen?“
„Jetzt bin ich wohl wieder schuld?“
„Irgendwas muss ja passiert sein, vorher ging sie noch einwandfrei.“
„Das heißt ja noch lang nicht, dass ich was damit gemacht haben muss? Vielleicht hat sie einen Wackelkontakt oder das Lämpchen ist durchgebrannt?“
Trotzdem ich im Unrecht bin, bin ich wütend darüber, dass er zuerst mich verdächtigt.
„Ich schaue sie mir mal genauer an.“ Spricht’s und verschwindet Richtung Keller.
Resigniert versuche ich, meine Augen an die Dunkelheit im Speicher zu gewöhnen.
Eine halbe Stunde später habe ich es geschafft, die Kiste aus der Ecke hervorzuziehen. Anschließend schiebe ich das restliche Gerümpel wieder in die Dachschräge und verdränge den Gedanken an das kommende Frühjahr und die Notwendigkeit meine Gartenauflagen wieder hervorzukramen, die jetzt anstelle der Adventskiste ganz hinten liegen.
Mühsam und vor Anstrengung wie ein Walross schnaufend, schleppe ich das schwere Monstrum nun alleine die zwei Treppen hinunter in unser Wohnzimmer, da mein Mann bisher nicht wieder aufgetaucht ist.


An die Arbeit!
Und diesmal wird ausgemistet! Ich weiß nicht warum, aber trotzdem ich jedes Jahr weniger Dekoration aufstelle, wird meine Kiste doch immer schwerer!
Als ich sie öffne, fällt mein Blick als erstes auf den selbstgebauten Adventskerzenständer meiner Tochter, den sie vor drei Jahren in der Schule angefertigt hat.
Ich lächle vor mich hin.
Wie stolz sie auf diese Arbeit war.
Schön ist er nicht, aber wegwerfen? Nein, das bringe ich nicht über’s Herz. Also lege ich ihn erst einmal zur Seite.
Da entdecke ich die Nikolaussocken meiner Kinder, die ich früher immer an den Kachelofen gehängt habe. Mittlerweile haben sie ausgedient, aber das kleine Bambi darauf sieht mich so treuherzig an, also lege ich sie zum Kerzenständer.
Nacheinander tauchen alle Dinge auf, die mir meine Kinder im Laufe der letzten vierzehn Jahre an Adventsschmuck geschenkt haben.
Sterne aus Stroh, bunte Kugeln aus Plastik, Kerzenständer aus Pappe und Salzteig und vieles mehr. Von keinem einzigen Geschenk mag ich mich trennen, aber als Dekoration benutzen will ich sie auch nicht mehr. Meine Kinder würden mir sowie den Kopf abreißen, wenn ich ihre Kleinkinderwerke öffentlich ausstelle.
Ich stelle also zuerst die Krippe an ihren Platz und überlege, wo das Schaf geblieben ist, dass ich erst im Februar unter der Couch wiedergefunden habe. Scheinbar hatte unsere Katze ihren Spieltrieb wieder nicht zähmen können.
Naja, ist ja auch egal, haben wir eben ein Schaf weniger.
Meine Nikoläuse und Engel stelle ich auf den Kachelofen.
Den Adventskranz auf den Esstisch.
Lichtervasen, Dekostoff und Glitzerkugeln schmücken die Fensterbretter.
Dann hänge ich noch ein paar Weihnachtskugeln und Sterne auf und zu guter Letzt, den Adventskranz an die Eingangstür, den ich mir letztes Jahr für teures Geld gekauft habe, weil er mir so gut gefiel und den mein Mann furchtbar findet.
Nun schlinge ich noch die Lichterkette um die Balken vom Vordach und schon bin ich fertig.
Als ich wieder ins Wohnzimmer komme, ist mein Mann auch wieder aufgetaucht.
Mit der reparierten Taschenlampe in der Hand sieht er schmunzelnd unserer Katze zu, die mit ihren Krallen an meinem goldenen Dekostoff hängen geblieben ist, als sie mit den darauf liegenden Weihnachtskugeln gespielt hat.
Ich stürze auf sie zu: „Ksch, Ksch! Hörst du auf!“
Hätte ich das mal lieber bleiben lassen!
Mit einem Satz schießt sie vom Fensterbrett. Ihre Krallen haken dabei immer noch im Stoff und so reißt sie alles mit, was nicht festgenagelt ist.
Die Lichtervase stürzt um, die Kugeln fliegen durch die Luft und meine Katze ist mir den Rest der Woche beleidigt.
Und mein Mann?
Setzt sich auf die Couch, legt seine Füße auf den Tisch, verschränkt die Arme hinter dem Kopf, grinst mich schadenfroh an und sagt:
„Ich sag’ jetzt nichts!“
„Argh!“
Nächstes Jahr lasse ICH Weihnachten ausfallen!

Mit freundlicher Unterstützung von Eva-Maria Herrmann
Autor: Eva-Maria Herrmann
Titel: Heuer fällt Weihnachten aus
Copyright: Eva-Maria Herrmann
gepostet von Eva-Maria Herrmann
Date: 11.11.2008 09:59
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