Rubriken ↓ ↓
  1. Home / Neustart
  2. Adventskalender
  3. Brauchtum zu Weihnachten
  4. Advents- u. Weihnachtsrezepte
  5. Gänseküche
  6. Weihnachts-Gedichte
  7. Weihnachts-Geschichten
  8. Weihnachtsmärchen
  9. Weihnachtsmärkte
  10. Bauernregeln
  11. Lieder
  12. Midifiles
  13. Links
Beitrag hinzufügen Gedicht, Geschichte, Infos Etc. hinzufügen
Statistik für diese Geschichte
seit 20.12.2013

Christkindls Weihnachts Geschichten

Fritzis neue Heimat
ein Service von www.weihnachtsseiten.de

Fritzis neue Heimat

(Teil 2, Fortsetzungsgeschichte) von Gabriele Maricic-Kaiblinger

Letztes Jahr, genau am Heilig-Abend, musste Fritzi, das Rehkitz, seinen Heimatwald verlassen. Die Menschen hatten zwei Skigebiete zusammengeschlossen und durch Fritzis Wald waren plötzlich Menschen auf zwei Brettern gesaust, ohne Rücksicht darauf, dass Fritzi erschrocken hinter einem Baum hervorlugte, nicht wusste, was da los war und Angst hatte.
Nun hatte sich Fritzi ganz gut eingelebt im neuen Wald. Sogar eine kleine Freundin hatte er gefunden, die ihn seinen alten Freund Gemschen ein bisschen vergessen ließ. Eines hatte seine neue Freundin Gemschen sogar voraus: Itti, die kleine freche Schneemaus tollte ebenso gerne im Schnee herum wie Fritzi. Überhaupt wuselte sie am liebsten Tag und Nacht herum, Schlaf brauchte sie wenig.
Fritzi hatte Itti im Frühjahr kennengelernt, als sie gerade mal drei Wochen alt war. Schneemäuse werden nämlich bereits in diesem zarten Alter selbstständig und die quirlige Itti hatte gleich die gesamte Umgebung erforscht. Sogar in einige Almhütten war sie schon eingedrungen, da kannte sie keine Angst. Fritzi war froh über diese Freundin, denn seine Geschwister, die ebenfalls im Frühjahr auf die Welt gekommen waren, machten sich nichts aus dem Schnee. Mit denen kann man nichts anfangen, dachte Fritzi oftmals enttäuscht.
„Warum muss er nur so aus der Art schlagen“, fragte die Mutter Rehgeiß von Zeit zu Zeit. Vater Rehbock wusste keine tröstenden Worte mehr. Hatte er letztes Jahr noch geantwortet, dass Fritzi sich umso artgerechter verhalten würde, je älter er würde, und seine Schneeliebe noch als jugendliche, wenn auch für Rehe ungewöhnliche Albernheit abgetan, so war er jetzt sehr niedergeschlagen von Fritzis eigenartigem Verhalten.. Fritzi hatte sich im Sommer keine Partnerin gesucht, obwohl er doch bereits geschlechtsreif gewesen wäre und dies entsetzte seinen Vater sehr.
An diesem Weihnachtsmorgen tollte Fritzi wieder mit Itti im Schnee herum. Itti kam übrigens von Brigitte und dessen Abkürzung Gitti. Doch sobald Itti ein wenig Ahnung vom Leben bekommen hatte, lehnte sie diesen Namen ab. „Ist doch ein menschlicher Name. Was habt ihr euch dabei gedacht?“ hatte sie lautstark ihre Eltern angepiepst. „Aber ein schöner Name“, hatte die Mutter verträumt zurückgepiepst. „Und er passt zu dir. Wir wollten was Besonderes“, hatte sich ihr Vater stolz gezeigt. „Aber er ist menschlich! Wie könnt ihr nur?! Ich hasse Menschen!“ „Wieso denn?“ hatten die Eltern wie aus einem Munde gefragt. „Ja wisst ihr nicht, was Menschen uns Mäusen alles antun?“ „Uns Schneemäusen doch nicht. Die bekommen uns ja kaum zu sehen. Außerdem finden sie uns niedlich. Da brauchst du wirklich keine Angst haben“, hatte der Vater erklärt und die Mutter genickt. „Ihr denkt nur an euch! Ja, wir leben heroben, zwischen Steinen und Wurzeln von Latschen und Almrosengebüsch. Und wir haben ein helles Fell, teilweise sogar weiß. Aber was ist mit unseren grauen Verwandten, die unten in den Dörfern leben? Gequält, gefangen und getötet werden die. So grausam sind Menschen. Und rassistisch dazu! Ist doch egal, ob eine Maus ein weißes oder graues Fell hat!“ hatte Itti geschrien und war davongehuscht. Hinaus in die frische Luft.
Nun war also wieder ein Weihnachtsmorgen und Fritzti und Itti genossen die Ruhe im Wald. Für Fritzi war es ja das zweite Weihnachten und er erzählte Itti, wie er sich letztes Jahr mit Gemschen schon auf die Glocken gefreut hätte, die in der Nacht vom Dorf heraufklangen und den Wald mit ihrem Weihnachtsklang erfüllten – davon hatten sie nämlich viel gehört gehabt. Doch dann hatten sie wegziehen müssen. Und Fritzi hatte zwar die Weihnachtsglocken gehört, während sie durch den Wald gezogen waren, doch so richtig genießen hatte er sie nicht können. Aber heuer wollte er das, mit Itti.
„Aber es ist noch früh. Komm, hinter der Almhütte dort drüben ist ein Weg, den bin ich noch nie gegangen.“ Und schon sprang sie voraus.
Fritzi seufzte. Das war’s wohl mit der Ruhe am Weihnachtsmorgen. Aber wenigstens verging so die Zeit schneller, bis er die Glocken wieder hören konnte. Er sprang Itti nach. Der Weg hinter der Almhütte führte ein Stückchen bergauf, zweigte dann nach rechts in den Wald ab, nach einigen Metern nach links und später abermals nach rechts. Und dann ... führte er aus dem Wald hinaus und ... Fritzi stand plötzlich wie erstarrt, während Itti herumwuselte und das neue Umfeld erschnupperte. Da waren sie wieder! Menschen auf langen Brettern! Nur ein paar Meter weiter sausten sie den weißen Hang hinunter.
„Nein! Nein“, schrie Fritzi, drehte sich um und lief davon. „Was ist los?“ rief Itti, als sie ihn eingeholt hatte. „Nicht schon wieder! Nicht schon wieder ..., schluchzte Fritzi. Itti schaute ihn verständnislos an. „Die Menschen ... die Ski ...“ „Ja schrecklich. Menschen! Ich mag sie auch nicht.“ „Du verstehst nicht ... letztes Jahr habe ich auch Menschen auf langen Brettern gesehen und dann mussten wir weg ... ich will nicht schon wieder wegziehen!“ Er kümmerte sich nun nicht mehr um Itti, sondern lief immer schneller, bis er zu Hause war. „Vater, Mutter! Ich hab ... sie wieder gesehen. Ich geh’ aber nicht weg ... nicht weg ...!“ stammelte Fritzi aufgeregt. Die Geschwister blickten ihn verdutzt an. „Was hast du gesehen?“ wollte der Vater wissen. „Die Menschen ... auf ... auf diesen Brettern ...“ Die Eltern wechselten einen wissenden Blick. „Was hast du nur so weit weg zu suchen?“ interessierte nun die Mutter. „Aber ... ich ... so weit war’s ja gar nicht“, stammelte Fritzi. „Weit genug. Reicht dir die Umgebung hier nicht?“ Hier bist du sicher“, entgegnete der Vater. „Ja aber ...“ „Kein aber! Weiter drüben ist ein Skigebiet, das stimmt. Wir haben es dir nicht gesagt, weil wir dich nicht beunruhigen wollten. Aber hier herüber kommen die Menschen nicht. Hier sind wir sicher“, betonte der Vater nochmals. „Dann ... müssen wir nicht wieder wegziehen?“ „Müssen wir nicht.“ „Aber wenn wieder zwei Skigebiete zusammengelegt werden ... oder ... vergrößert ...“ „Wird es nicht“, fiel ihm der Vater schnell ins Wort. “Bist du da sicher? Kannst du’s mir garantieren?“
Die Eltern wechselten wieder einen Blick. „Nein“, sagte dann der Vater ernst, „garantieren kann ich es nicht.“ Fritzi war froh über die ehrliche Antwort, obwohl sie ihn etwas niedergeschlagen machte. Aber die Freude darüber, dass sie vielleicht immer hier leben konnten, überwiegte. Er lief wieder zu Itti, die ihm bereits auf halbem Weg entgegenkam. „Da bist du ja. Ich hab’ mir Sorgen gemacht“, piepste sie. „Brauchst du nicht.“„Das heißt ... du musst nicht weg?“ „Ich muss nicht weg“, bestätigte Fritzi und kostete das wunderbare Gefühl aus, diesen Satz sagen zu können.
Und dann in der Nacht standen die beiden auf dem gefrorenen Schnee und lauschten ehrfürchtig den Weihnachtsglocken, die vom Dorf herauf- und von den Dörfern weiter weg - herüberklangen. Und es lag etwas Besonderes in der Luft.

Fritzi, das Rehkitz (Teil 1)

Titel: Fritzis neue Heimat (Teil 2, Fortsetzungsgeschichte)t
Autor: Gabriele Maricic-Kaiblinger
gepostet von Gabriele Maricic-Kaiblinger
am 18.12.2013 09:42
E-Mail: pantomime@aon.at

Alle Gabriele Maricic-Kaiblinger Geschichten auf den Fest- und Feiertagsseiten


http://www.weihnachtsseiten.de/weihnachtsgeschichten/f/fritzis-neue-heimat/home.html

Christkindls Weihnachtsgeschichten

  1. A undankbars Kind
  2. Aljoscha, der kleine Schuhputzer
  3. Am Weihnachtsmorgen 1772
  4. Antonia sucht den Weihnachtsmann
  5. Auf der Suche nach dem Christkind
  6. Auf der Suche nach ihrem Platz
  7. Bayerische Adventsgeschichte
  8. Besuch
  9. Briafal an’s Christkind
  10. Christkindl Ahnung im Advent
  11. Da Nikolaus
  12. Das Abenteuer der kleinen Stallmaus
  13. Das Christkind
  14. Das Christkind (Telker)
  15. Das gebrochene Versprechen
  16. Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
  17. Das Mädchen an der Straßenecke
  18. Das Schaufenster
  19. Das schönste Fahrrad der Welt
  20. Das Weihnachtshaus
  21. Das Weihnachts-Wunderkraut
  22. Der abendliche Gast
  23. Der Adventskranz
  24. Der allererste Weihnachtsbaum
  25. Der erste Schnee
  26. Der erste Winter
  27. Der Junge, der von den Sternen kam
  28. Der kleine Hirte
  29. Der kleine Weihnachtsbaum
  30. Der letzte Weihnachtsmann
  31. Der Pfefferkuchenmann
  32. Der rote Weihnachtsapfel
  33. Der Schneemann
  34. Der Trompetenspieler
  35. Der verlorene Adventszauber
  36. Der Weihnachtsengel
  37. Der Weihnachtsmann hat auch seine Sorgen
  38. Der Weihnachtstraum
  39. Der Wunschzettel (Telker)
  40. Der Wunschzettel (Schmidt)
  41. Die Geschichte der Heiligen drei Könige nach Matthäus:
  42. Die Geschichte von Lisa und Antony
  43. Die kleine Tanne
  44. Die krumme Tanne
  45. Die Legende vom Tannenbaum
  46. Die Legende vom Weihnachtsmann
  47. Die Tannenfee
  48. Die verdorbene Weihnachtsfreude
  49. Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas
  50. Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus
  51. Die Weihnachts-Mission
  52. Die zweite Chance
  53. Dorfweihnacht
  54. Eine „andere“, heutige Herbergsuche
  55. Eine goldene Uhr
  56. Eine kleine Weihnachtsgeschichte
  57. Eine nicht ganz so stille Nacht
  58. Ein ganz ausgefallener Wunsch
  59. Ein Heilig-Abend
  60. Einsam am Heiligen Abend
  61. Eisblumen
  62. Es begann in der Silvesternacht
  63. Fritzi, das Rehkitz (Teil 1)
  64. Fritzis neue Heimat (Teil 2)
  65. Geschichten vor dem Adventskalender
  66. Gina, die zur Weihnacht kam (Die Weihnachtskatze)
  67. Glaubst Du an den Weihnachtsmann?
  68. Herbergsuchen – irgendwo auf dieser Welt
  69. Heuer fällt Weihnachten aus
  70. Jan auf dem Weihnachtsmarkt
  71. Kann ein Weihnachtsmann stricken?
  72. Kerzen für das Christkind
  73. Königlicher Besuch im Küchenschrank zur Weihnachtszeit
  74. Neue Heimat
  75. Pferd und Kuh beim Weihnachtsshopping
  76. Picks besieht sich die Erde
  77. Rocky´s erster Winter und der heilige Abend
  78. Rolands Begegnung mit dem Weihnachtsmann
  79. Rosi Rosine
  80. 's Christkindl ist da
  81. * * * Schneefall * * *
  82. Sören feiert Weihnachten
  83. Tim und der Weihnachtsstern
  84. Tränes Weihnacht
  85. Von der Mitternachtskrippe
  86. Waldi und die ganze Plüschtierschar retten Nils
  87. Weihnacht’n dahoam
  88. Weihnachten
  89. Weihnachten bei Familie Maus
  90. Weihnachten bei uns dahoam
  91. Weihnachten in 1001 Nacht
  92. Weihnachten ist anders word'n
  93. Weihnachtliches Wunschdenken und die Realität von Gaby Jung
  94. Weihnachtsengel
  95. Weihnachtszeit bei uns Zuhause
  96. Woid-Weihnacht
  97. Wundersame Begegnung
  98. Wundersame Weihnacht
  99. Zur Weihnachtszeit
  100. Kurzgeschichten
  101. Vor dem Fest gibt es Sonderkonditionen
  102. Das Schönste an Weihnachten
  103. Der Tannenbaum
  104. Ein ganz ausgefallener Wunsch
  105. Zum gegenseitigen Vorteil