Rubriken ↓ ↓
  1. Home / Neustart
  2. Adventskalender
  3. Brauchtum zu Weihnachten
  4. Advents- u. Weihnachtsrezepte
  5. Gänseküche
  6. Weihnachts-Gedichte
  7. Weihnachts-Geschichten
  8. Weihnachtsmärchen
  9. Weihnachtsmärkte
  10. Bauernregeln
  11. Lieder
  12. Midifiles
  13. Links
Statistik für diese Geschichte
seit 13.11.2008

Christkindls Weihnachts Geschichten

Der Weihnachtstraum
ein Service von www.weihnachtsseiten.de

Der Weihnachtstraum

24. Dezember. Heute war Heilig Abend. Und wie jedes Jahr keine einzige Schneeflocke zu sehen“, dachte er. „Gott sei dank! Es war auch so kalt genug.“ Er wickelte seinen Mantel fester um sich. Natürlich könnte er auch in die Missionsstation gehen, aber ihm war heute nicht nach Gesellschaft.

Früher, als die Welt für ihn noch in Ordnung war, hatte er schöne Weihnachten erlebt, mit seiner Frau und seinen Kindern. Weihnachten war immer die Zeit, in der ihm seine Familie am meisten fehlte. Zehn Jahre war es jetzt her. Sylvesterparty bei Freunden - sogar die Kinder waren eingeladen. Eigentlich hatte er gar nicht viel getrunken, ein paar Gläschen Sekt nur. Aber es schneite und die Straßen waren glatt, das Auto geriet ins Schleudern, sie kamen von der Fahrbahn ab und knallten gegen einen Baum. Elisabeth, Tobias und Mariechen waren tot, nur er - er hatte überlebt.

Ihn fröstelte wieder. „Manchmal lassen einen die schwarzen Sheriffs in der U-Bahn-Station übernachten.“ Aber irgendwie konnte er sich nicht aufraffen. So blieb er sitzen. „War da nicht eine Schneeflocke?“ Es wurde schon dunkel, wahrscheinlich hatte er sich geirrt. Nun es kam wie es kommen musste, er fing nach dieser Geschichte an zu trinken. Sollte ihn der Alkohol doch auch noch haben, schließlich hatte er ihm auch seine Familie genommen. Er verlor seinen Job, seine Wohnung, seine Freunde. Ihm war alles egal und wenn er genug trank, konnte er sogar manchmal seine Schuld vergessen. Nur heute, klappte es irgendwie nicht.

„Da! Da glitzert schon wieder etwas!“ Er sah auf. Tatsächlich es fing an zu schneien. Immer dicker und immer dichter fielen die Schneeflocken. Es war irgendwie beruhigend ihnen zuzusehen.

"Hallo! Was machst Du da?"
Er blinzelte. Er hatte den Kleinen gar nicht kommen sehen. Wahrscheinlich war er kurz eingenickt. Vor ihm stand ein etwa 6-jähriger blondgelockter Junge, mit einer dicken Pudelmütze.
"Hallo! Und was machst Du hier?", fragte er zurück. "Es ist schon spät, solltest Du nicht zu Hause sein und auf das Christkind warten?"
"Nein, das kommt später. Ich war mit meinen Eltern in der Kirche, sie unterhalten sich da drüben mit Freunden. Und warum bist Du nicht zu Hause?"
Er blickte in das Gesicht des Kindes. Sein Hals wurde ganz trocken und er musste kräftig schlucken: "Ich habe kein zu Hause."
"Oh! Aber wo willst Du dann schlafen?"
"Nun, ich habe einen warmen Mantel an und wenn es ganz kalt wird, dann gehe ich in die Mission, dort kann ich übernachten."
"Hast Du dort Familie oder Freunde?"
"Nein, ich habe keine Familie oder Freunde."
Ein Schatten lief über das Gesicht des Kindes. "Oh! Aber heute ist doch Weihnachten. Und Weihnachten feiert man doch mit der Familie und Freunden." Angestrengt dachte der Kleine nach: "Wenn Du niemanden hast, dann kann ja ich Dein Freund sein."
Er musste lächeln. Da stand dieses Kind und bot ihm seine Freundschaft an, obwohl es ihn gar nicht kannte. "Das ist sehr nett von Dir, danke."
"Wie heißt Du?"
"Josef. Und Du?"
"Ich bin der Martin. Vom Josef hat der Pfarrer auch gerade erzählt. Als der am heiligen Abend mit der Maria unterwegs war, da hatten sie auch keinen Platz zum Schlafen."

"Martin ! Komm! Wir gehen!" Die Eltern sahen ängstlich herüber.
Was wollte dieser Penner von ihrem Sohn?
"Warte mal, ich komm’ gleich wieder.", sagte der Junge und lief zu ihnen.
"Mama? Du, der Mann hat niemanden mit dem er Weihnachten feiern kann. Und ich bin jetzt sein Freund und er heißt Josef, so wie der Mann in der Bibel und er ist doch ganz alleine und es ist kalt. Kann er denn nicht mit uns Weihnachten feiern? Ich will auch auf meine ganzen anderen Weihnachtsgeschenke verzichten."
Die Eltern sahen sich entsetzt an.
"Martin, mein Schatz. Wir können doch nicht einfach einen wildfremden Mann in unsere Wohnung mitnehmen. Er könnte ja auch ein böser Mann sein.", meinte die Mutter.
"Nein! Er ist doch mein Freund!"
"Martin, das geht wirklich nicht.", der Vater versuchte seinen Sohn an die Hand zu nehmen und ihn mitzuziehen.
Aber der Kleine riss sich los und stampfte mit dem Fuß auf. Tränen liefen über sein Gesicht.
"Ihr seid genauso, wie die Leute in der Bibelgeschichte, die wollten Josef und Maria auch nicht in ihr Haus lassen."
Der Mann hatte die ganze Szene beobachtet und bis jetzt kein Wort gesagt. Nun stand er auf und ging hinüber, er beugte sich zu dem Kind hinunter und sagte: "Martin, Deine Eltern haben recht, man kann nicht jeden wildfremden Menschen mit in seine Wohnung nehmen. Aber ich danke Dir, dass Du Dir gewünscht hast, mich zu Eurem Weihnachtsfest einzuladen. Das war das schönste Geschenk, das ich seit langem bekommen habe."
Die Eltern blickten sich hilflos an, da kam dem Vater eine Idee.
"Gleich hier um die Ecke ist ein Hotel, die haben auch über Weihnachten geöffnet. Ich finde wenn es Martins Weihnachtswunsch ist, mit seinem neuen Freund Weihnachten zu feiern, dann sollten wir eine Möglichkeit finden, ihm diesen Wunsch zu erfüllen." Er wandte sich dem Mann zu: "Darf ich Sie also einladen unser Gast zu sein. Wir werden zusammen im Gasthof essen und für diese Nacht, werden Sie in einem warmen Zimmer und einem weichen Bett schlafen."
Der Mann wollte schon den Kopf schütteln und dankend ablehnen, als ihn der Kleine mit leuchtenden Augen an die Hand nahm und so lächelte er ihm zu und sagte: "Nun, wenn das Martins Weihnachtswunsch ist, dann kann ich das nicht abschlagen. Herzlichen Dank für die Einladung."

Lange fragten sich die beiden Polizisten, was der Penner, den sie am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages tot auf den Treppen der Marienkirche fanden, wohl zuletzt geträumt hatte. Wie eine weiche Daunendecke hatte sich der Schnee über ihn gebreitet und auf seinem Gesicht lag ein glückliches Lächeln - es war sein letztes Weihnachten gewesen.

Mit freundlicher Unterstützung von Eva-Maria Herrmann
Autor: Eva-Maria Herrmann
Titel: Der Weihnachtstraum
Copyright: Eva-Maria Herrmann
gepostet von Eva-Maria Herrmann
Date: 11.11.2008 09:59

Alle Eva-Maria Herrmann Gedichte und Geschichten


http://www.weihnachtsseiten.de/weihnachtsgeschichten/d/der-weihnachtstraum/home.html

Christkindls Weihnachtsgeschichten

  1. A undankbars Kind
  2. Aljoscha, der kleine Schuhputzer
  3. Am Weihnachtsmorgen 1772
  4. Antonia sucht den Weihnachtsmann
  5. Auf der Suche nach dem Christkind
  6. Auf der Suche nach ihrem Platz
  7. Bayerische Adventsgeschichte
  8. Besuch
  9. Briafal an’s Christkind
  10. Christkindl Ahnung im Advent
  11. Da Nikolaus
  12. Das Abenteuer der kleinen Stallmaus
  13. Das Christkind
  14. Das Christkind (Telker)
  15. Das gebrochene Versprechen
  16. Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
  17. Das Mädchen an der Straßenecke
  18. Das Schaufenster
  19. Das schönste Fahrrad der Welt
  20. Das Weihnachts-Wunderkraut
  21. Der Adventskranz
  22. Der allererste Weihnachtsbaum
  23. Der erste Schnee
  24. Der erste Winter
  25. Der Junge, der von den Sternen kam
  26. Der kleine Weihnachtsbaum
  27. Der letzte Weihnachtsmann
  28. Der Pfefferkuchenmann
  29. Der rote Weihnachtsapfel
  30. Der Schneemann
  31. Der Trompetenspieler
  32. Der verlorene Adventszauber
  33. Der Weihnachtsengel
  34. Der Weihnachtsmann hat auch seine Sorgen
  35. Der Weihnachtstraum
  36. Der Wunschzettel (Telker)
  37. Der Wunschzettel (Schmidt)
  38. Die Geschichte der Heiligen drei Könige nach Matthäus:
  39. Die kleine Tanne
  40. Die Geschichte vom Lametta
  41. Die krumme Tanne
  42. Die Legende vom Tannenbaum
  43. Die Legende vom Weihnachtsmann
  44. Die Tannenfee
  45. Die verdorbene Weihnachtsfreude
  46. Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas
  47. Die Weihnachtsgeschichte nach Matthäus
  48. Die Weihnachts-Mission
  49. Die zweite Chance
  50. Dorfweihnacht
  51. Eine „andere“, heutige Herbergsuche
  52. Eine goldene Uhr
  53. Eine kleine Weihnachtsgeschichte
  54. Eine nicht ganz so stille Nacht
  55. Ein ganz ausgefallener Wunsch
  56. Ein Heilig-Abend
  57. Einsam am Heiligen Abend
  58. Eisblumen
  59. Es begann in der Silvesternacht
  60. Fritzi, das Rehkitz (Teil 1)
  61. Fritzis neue Heimat (Teil 2)
  62. Geschichten vor dem Adventskalender
  63. Gina, die zur Weihnacht kam (Die Weihnachtskatze)
  64. Glaubst Du an den Weihnachtsmann?
  65. Herbergsuchen – irgendwo auf dieser Welt
  66. Heuer fällt Weihnachten aus
  67. Jan auf dem Weihnachtsmarkt
  68. Kann ein Weihnachtsmann stricken?
  69. Kerzen für das Christkind
  70. Königlicher Besuch im Küchenschrank zur Weihnachtszeit
  71. Neue Heimat
  72. Pferd und Kuh beim Weihnachtsshopping
  73. Picks besieht sich die Erde
  74. Rocky´s erster Winter und der heilige Abend
  75. Rolands Begegnung mit dem Weihnachtsmann
  76. Rosi Rosine
  77. 's Christkindl ist da
  78. * * * Schneefall * * *
  79. Sören feiert Weihnachten
  80. Tim und der Weihnachtsstern
  81. Tränes Weihnacht
  82. Von der Mitternachtskrippe
  83. Waldi und die ganze Plüschtierschar retten Nils
  84. Weihnacht’n dahoam
  85. Weihnachten
  86. Weihnachten bei Familie Maus
  87. Weihnachten bei uns dahoam
  88. Weihnachten in 1001 Nacht
  89. Weihnachten ist anders word'n
  90. Weihnachtliches Wunschdenken und die Realität von Gaby Jung
  91. Weihnachtsengel
  92. Weihnachtszeit bei uns Zuhause
  93. Woid-Weihnacht
  94. Wundersame Begegnung
  95. Wundersame Weihnacht
  96. Zur Weihnachtszeit
  97. Kurzgeschichten
  98. Vor dem Fest gibt es Sonderkonditionen
  99. Das Schönste an Weihnachten
  100. Der Tannenbaum
  101. Ein ganz ausgefallener Wunsch
  102. Zum gegenseitigen Vorteil