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Knecht Ruprecht hat die Schnauze voll
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Knecht Ruprecht hat die Schnauze voll

Der Alte schimpft im Winterwald - Mitternacht ist es und eiskalt – laut auf sein Los als Gabenbringer... Väterchen Frost kühlt ihm die Finger trotz vorsorglicher Fausthandschuh´: Auch dies´ Jahr hat er keine Ruh´ und muß mit einem Sack voll Gaben, an denen Kinder Freude haben, gemeinsam mit Sankt Nikolaus in Stadt und Land von Haus zu Haus.

Knecht Ruprecht hat die Schnauze voll, weil gar nichts so läuft, wie es soll. Ja, seine Wut zu nächt´ger Stund hat wahrlich einen trift´gen Grund: Sein Schlitten wurde ihm gestohlen – der Teufel soll die Diebe holen! Nun muß er gar auf Schusters Rappen durch Finsternis und Kälte tappen, Gabenlasten auf dem Rücken, die ihn tief und tiefer drücken!

Dem Handlanger vom Nikolaus geht folglich bald die Puste aus, sein Atem keucht, sein Schritt wird schwer, der Alte spürt, er kann nicht mehr, bis ihn ad hoc der Hafer sticht und er sich sagt: „Ich armer Wicht! Ich placke mich hier tierisch ab – Sankt Nikolaus hält mich auf Trab! Der soll mal sehen, wie es ist, wenn einer seine Pflicht vergisst!“

Er schmeißt den Sack ins Unterholz mit Schwung und auch nicht ohne Stolz auf diese forsche Mannestat, die allerdings noch Folgen hat. Erst einmal ledig seiner Last, gönnt sich Knecht Ruprecht eine Rast, setzt sich bequem auf einen Stein, läßt alle fünfe gerade sein und kramt flugs eine Cognac-Flasche sowie sein Pfeifchen aus der Tasche.

Ein kräft´ger Schluck wärmt ihm den Bauch, des schwarzen Tabaks würz´gen Rauch schmeckt er genüsslich auf der Zunge – doch schon naht Ärger, alter Junge! Denn so ein Streik, so ein Boykott, erbost zutiefst den lieben Gott, der solche Flausen gar nicht liebt und prompt Knecht Ruprecht Saures gibt. Gott packt den armen Kerl am Kragen – mit Donnergroll´n hört er ihn sagen:

„Nimm ja den Sack, tu´ Deinen Job, sonst werde ich gleich richtig grob und schicke Dich, Du Einfaltspinsel, per Eilpost auf die Pfefferinsel - dort kannst Du dann beim Strändefegen noch weit´re Schnapsideen hegen!“ Knecht Ruprecht bebt zwar voller Zorn und schiebt sein Kinn empört nach vorn. Doch Gott zu reizen tut nicht gut, kocht in den Adern auch das Blut.

Der Herr des Himmels und der Erden kann nämlich höllisch böse werden, wenn Dienstvolk einen Aufstand probt – dann wird er rücksichtslos und tobt. Da das auch der Knecht Ruprecht weiß, legt er halt seine Wut auf Eis. Er schleppt den schweren Gabensack mit Flüchen auf den Nik´laustag mürrisch und müd´ von Haus zu Haus und sieht vollkommen lustlos aus.

Mühsam erklimmt er jedes Dach und macht dabei nicht wenig Krach, schmeißt durch Kamine !rums! die Sachen, die Kindern große Freude machen. Wer frech war, guckt bloß in die Röhre – egal, ob Bengel oder Göre: Knecht Ruprecht sorgt mit weid´ger Rute schnell für Besinnung auf das Gute und kurz bevor der Tag erwacht, hat er sein Mammutwerk vollbracht.

Autor: Henning Brunke
Titel: Knecht Ruprecht hat die Schnauze voll
Copyright: © Henning Brunke
gepostet von Henning Brunke
Date: 17.11.2011 16:28

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