|
"Die Welt leuchtet der Weihnacht entgegen"
Viele Aktivitäten in der Vorweihnachtszeit: Das Prümer Land "glänzt" mit adventlichen Angeboten auf breiter Front
Die Eifeler sind erfinderisch. Nicht nur der Pariser "Turmbauer" Gustave Eiffel hatte seine Vorfahren im schönen Mittelgebirge, auch viele unbekannte "Geister" schufen Identität durch eifeltypische Erfindungen. Gerade in der Adventszeit ist Kreativität gefragt und die zeigt sich auf vielfältige Art und Weise.
|
Die Nordeifel kennt die Printen, jenes leckere Gebäck, das gerade in der Weihnachtszeit zu Ehren kommt. Die Vulkaneifel kredenzt Adventsliköre mit Spezialkräutern und Mixturen, in Prüm erklingen am Vorabend des ersten Advent harmonische Klänge auf dem Hahnplatz - das Turmblasen hat eine lange Tradition. In verschiedenen Klöstern gibt es (Vor-)Weihnachtskonzerte und in vielen Dörfern haben Ausstellungen Konjunktur. Die Krippana in Losheim ist ein Touristenmagnet, in Monschau lockt die "lebende Krippe", Marktorte bieten Nikolaus- und Weihnachtsmärkte.
Ein besonders attraktiver Markt hat sich im Künsterort Weißenseifen etabliert. In einem natürlichen Ambiente zeigen kleine und große Künstler ihr Können: Vom Kerzendreher, Glasbläser bis zum Spielzeugmacher sind viele Anbieter in dem besonderen Ambiente der Waldsiedlung präsent. Naturnähe und Originalität prägen diesen "heimeligen" Weihnachtsmarkt, der nichts Spektakuläres zu bieten hat - dafür umso mehr Einmaliges, sprich Unikate.
|
|
Weitere Weihnachtsmärkte mit einem hohen Maß an Ausstrahlung finden alljährlich in Monschau und in Kronenburg statt. Das bauliche "Ambiente" und die "Romantik" der beiden Orte sorgen gerade in den beiden Burgflecken für Intimität und Beschaulichlichkeit. In Monschau ergänzen zudem das "Weihnachtshaus" und die Glashütte das attraktive Angebot an hochwertigen Advents- und Weihnachtsartikeln.
Besonders groß herausgekommen sind in den letzten Jahrzehnten Basare, die zumeist von Frauengemeinschaften oder kirchlichen Gruppen organisiert werden. Selbst kleinste Dörfer bieten solche "Märktchen", die sich steigender Beliebtheit erfreuen. Eine große Vielfalt kennzeichnet sie, ergänzt wird das Angebot durch musikalische Beiträge, kleine Präsentationen und Gaumenfreuden.
Winterspelt ist ein solcher Ort mit einem besonderen "Basar-Flair". Wegen der "kurzen" Adventszeit - in diesem Jahr dauert sie nur drei Wochen - richtet man ihn in der Grenzgemeinde bereits am 23. November aus. Gerlinde Molitor, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, erläutert im Gespräch, dass etwa 15 Stände im schmucken Bürgerhaus aufgebaut werden. "Socken, Schneemänner, Kerzen, Tischdecken und weitere Nutz- und Dekorgegenstände werden angeboten", so Gerlinde Molitor. Ferner gibt es Suppen, Waffeln und Plätzchen zum Verzehr. "Nach acht Jahren hat der Pfarrgemeinderat rund 10.000 Euro erwirtschaftet, die in den Erhalt der Pfarrkirche und Pfarrkapellen fließt", so die PGR-Vorsitzende.
Auch in zahlreichen anderen Eifeldörfern gehören Basare zur Adventszeit wie der Fichtenkranz mit den roten Kerzen. Ein besonderes Highlight ist der Basar der Grünen Damen im Prümer Krankenhaus, der durch seine kunstvollen Arrangements besticht. Fleißige Frauen- und Männerhände schaffen hier in wochenlanger Vorarbeit ein "Gesamtkunstwerk", das Erstaunen hervorruft. Der Erlös ist für gute Zwecke bestimmt. Vielfach werden kirchliche Projekte in der Dritten Welt unterstützt oder es wird direkt vor Ort geholfen.
Auf dem Eifeler Buchmarkt hat sich Erstaunliches entwickelt. Nicht nur Brauchtum und Romane haben Konjunktur, auch spezielle Weihnachtsliteratur hat sich fest etabliert. Ob Gedichtesammlungen, Erzählungen oder Rezeptbücher - der Literaturmarkt ist gewachsen. Bespielhaft seien genannt "Das Eifeler Weihnachtslesebuch - Und er hat sein helles Licht bei der Nacht", "Der Weihnachtsdrache" (beide Helios-Verlag) oder "Möhren zum Advent" und "Eifel-Weihnacht" (beide Rhein-Mosel-Verlag). Im nächsten Jahr erscheint ein "Eifeler Weihnachtslesebuch" im Erfurter Sutton-Verlag.
EXTRA
Advent (lateinisch adventus) bedeutet Ankunft. Die Adventszeit ist die festlich begangene Zeit der Vorbereitung und Erwartung der Ankunft Christi. Das Licht ist ein Symbol für Hoffnung und die Abwehr des Bösen, und es vertreibt die Dunkelheit. Für die Adventszeit wird ein Kranz aus Tannenzweigen gebunden, auf dem vier Kerzen angebracht werden.
Ursprung der Adventszeit
Erstmals im 5. Jahrhundert wurde im Gebiet um Ravenna (Italien) Advent ansatzweise gefeiert. In Rom wurde erst im 6. Jahrhundert von Papst Gregor dem Großen die Adventsliturgie in ihren Grundzügen festgelegt. Er setzt dabei erstmals die Zahl der Adventsonntage auf vier fest. Die vier Wochen sollen symbolisch auf die 4000 Jahre hinweisen, die die Menschheit nach kirchlicher Rechnung auf die Ankunft des Erlösers warten musste. Papst Pius V. schrieb dann endgültig die römische Adventsliturgie für die Kirche nieder.
Lied im Advent
Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
daß er leuchte uns so sehr
durch die dunklen Stunden.
Zwei und drei und dann vier!
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.
Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen!
(Matthias Claudius)
Bauernregeln im Dezember
Auf Barbara (4. Dezember) die Sonne weicht, auf Lucia (13. Dezember) sie wieder herschleicht.
Auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee, folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee.
Bleibt im Dezember der Winter fern - so nachwintert es gern.
Bringt Dezember Kälte ins Land, dann wächst das Korn selbst auf dem Sand.
Dezember dunkel, nicht sonnig und klar, verheißt ein gutes fruchtbares Jahr, ein nasser macht es unfruchtbar.
Dezember kalt mit Schnee, gibt Frucht auf jeder Höh'.
Dezember mild, mit vielem Regen, ist für die Saat kein großer Segen.
Dezember ohne Schnee, tut erst im Märzen weh.
Dezember warm - Gott erbarm!
Dezemberwärme hat Eis dahinter.
Donnert's im Dezember gar, kommt viel Wind das nächste Jahr.
Ein dunkler Dezember bringt ein gutes Jahr, ein nasser aber macht es unfruchtbar.
Es folget allezeit und immerdar, auf kalten Dezember ein fruchtbar Jahr.
Fließt im Dezember noch der Birkensaft, dann kriegt der Winter keine Kraft.
Bricht der Spatz in Pfützen ein, wird's ein milder Christmond sein.
Grauhäslein im tiefen Dezemberschnee, labt sich zu Ostern am grünen Klee.
Mit freundlicher Unterstützung von Joachim Schröder
Titel: Die Welt leuchtet der Weihnacht entgegen
Autor: Joachim Schröder
Copyright: © by Joachim Schröder
gepostet von Joachim Schröder am:
Date: 11.11.2008 08:47
Internet: www.joachim-schroeder.com
|